Die Ausstellung „Über das Sichtbare hinaus“ präsentiert zwei Künstler, die beide aus dem Artist-in-Residence-Programm des Museums stammen und mit ganz unterschiedlichen Techniken arbeiten, aber eine gemeinsame Leidenschaft teilen: Die intensive Auseinandersetzung mit Naturphänomenen. Jochen Hein, deutscher Maler aus Hamburg, und Miguel Rothschild, argentinischer Installationskünstler in Berlin, lassen die Landschaft zur Hauptakteurin werden. Ihre Werke entziehen sich der Zuordnung zu einer spezifischen Epoche – es fehlen jegliche zivilisatorische Spuren und lassen so die Größe der dargestellten Natur kaum abschätzen. Stürme, Nebel, Regen und Lichtstimmungen werden in monumentalen Formaten eingefangen und stellen atmosphärische Veränderungen der Westküste und Föhr in den Mittelpunkt.
Die Ausstellung lädt die Besucher dazu ein, sich mit ihrer eigenen Position im Verhältnis zur Natur auseinanderzusetzen. Während Jochen Hein in Serien arbeitet, um den Wechsel von Tageszeiten zu visualisieren und der Umgebung immer neue Ausdruckskraft zu verleihen, bricht Miguel Rothschild die Bildoberflächen auf – durch Brandstellen, Löcher und ungewöhnliche Materialbearbeitung. Es ist eine eigene Herausforderung für die Betrachtenden, sich der Urkraft der Natur zu stellen und die künstlerische Erforschung in Zeiten dramatischen Klimawandels neu zu erleben. Die Werke von Hein und Rothschild überschreiten dabei die sichtbaren Grenzen und eröffnen sinnliche Erfahrungen jenseits des Alltäglichen.