Das Historische Museum Saar widmet sich in Kooperation mit PixxelCult e.V. in der Sonderausstellung „Angrenzen/Abgrenzen. Fotografische Perspektiven“ dem vielschichtigen Thema der Grenzen. Vom 13. September 2025 bis zum 1. März 2026 werden Fotografien gezeigt, die Grenzen als Trennlinien und Verbindungsräume zugleich sichtbar machen. Ob politisch gezogen, historisch gewachsen oder persönlich empfunden – die Bilder eröffnen ein Panorama, das das Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz, Zugehörigkeit und Ausschluss eindrucksvoll beleuchtet.
Ausgangspunkt ist die wechselvolle Geschichte des Saarlandes, das in den Abstimmungen von 1935 und 1955 über seine Zugehörigkeit entschied. Fotografische Rückblicke veranschaulichen die emotionalen und politischen Dimensionen dieser historischen „Sonderwege“. Zeitgenössische Arbeiten setzen diesen Kontext fort: Ruth Stoltenberg zeigt in „Schengen“ stille Spuren offener Grenzen, während Alix Häfner die pandemiebedingten Sperrungen von Übergängen dokumentiert. Stefanie Zofia Schulz porträtiert geflüchtete Menschen mit Duldungsstatus in Lebach, Andreas Dorn und Yael Paris rücken alte Grenzsteine in den Fokus, und Thomas Roessler begegnet heutigen Grenzgängern, die zwischen Ländern und Lebenswelten unterwegs sind.
Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Programm, das zur Entdeckung und Reflexion einlädt – von Workshops zur Dokumentarfotografie über Wanderungen entlang historischer Grenzlinien bis hin zu Gesprächen mit Expertinnen und Künstlern. Damit wird die Auseinandersetzung mit dem Thema Grenze weit über den musealen Raum hinaus erweitert – als Erfahrung, die heute ebenso aktuell ist wie in der Geschichte des Saarlandes.